Thermikfliegen- spannender Blick in’s Detail

F3J-Modelle; gutmütig, leicht und thermikstark. Hier ist ein Bungee-Start zu sehen. Bild: E. Japichino

“Worin liegt eigentlich der Reiz des Thermikfliegens?” Hmm.. Diese Frage musste ich schon des öfteren beantworten. Besonders Zuschauern bei uns auf dem Flugplätzli, die weder mit Modellflug- geschweige noch mit einem reinen Segler – (“..das kann doch ohne Motor gar nicht fliegen..”) – in engerem Kontakt stehen. Aber folgende Facts eines 15 minütigen Fluges vermögen vielleicht ein wenig ‘Verständnis’ aufbringen. Aber alles von Anfang an: Am 2. August trafen sich ein paar Flugbegeisterte auf dem Plätzli ein zum gemeinsamen Fliegen. Allesamt mit Segelflugzeugen, mehrheitlich motorlos. Anfangs wollte die Thermik nicht ganz so wie sie sollte. Nicht zuletzt, da ein relativ starker Wind blies. Doch am fortgeschrittenen Nachmittag wurden die Verhältnisse allmählich besser. Dies zeigte sich, als unser Präsi mit seiner Geheimwaffe (Espada) bereits schon nach dem ersten Bungee-Start einfach am Himmel verschwand- und das binnen wenigen Minuten! Dies liess ich nicht einfach so auf mir ruhen, da ich doch  vor ihm schon ein paar erfolgose Bungee-Starts zu verbuchen hatte… 😉 Also: SSL an den Gummi, Vario-Stöpsel in’s Ohr und ab die Post!

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Zwar gewann ich mit meinem Bungee-Start von etwas über 70 Meter Ausgangshöhe keinen Ehrenpreis, dies hängt natürlich stark vom aktuell herrschenden Gegenwind ab. Und genau dieser windstille Moment verhalf mir, dass ich bereits nach etwa 1:1/2 Minuten ‘Suchflug’ bereits mein erster Schlauch anschnitt. Geortet und zentriert, erklomm ich mit ihm knapp 400 Meter Bodenüberhöhungen. Aber nach 4:40 Minuten war ich dann auch schon wieder auf dem Boden- zwar nicht jener der Piste aber auf jenem der Realität; das Freuen über den ersten Schlauch dieses Tages lenkte mich wohl zu fest vom Fliegen ab, sodass ich aus 156 Meter wieder auf die Suche nach neuem Anschluss gehen durfte… 🙂

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In 4 Minuten von 156 auf 685 Meter

‘Vario-sei-Dank’ blieb die Durststrecke dennoch überschaubar: Kurz darauf spürte ich einen zweiten Schlauch auf. Und dieser hatte es faustdick hinter den Ohren: Binnen 4 Minuten erklomm ich mein persönliches Höchstziel an jenem Tag von 685 Meter ü. Startgrund. Mit einer immer grösseren Entfernung zum Startplatz (max. 1075 Meter) war eine zweifelsfreie Lageerkennung zwar nicht immer 100% garantiert. Zudem war die Thermik sehr stark, die sich mit zunehmender Höhe zu allem hin noch gut spürbar verstärkte, was für ein schönes kreisen auch nicht förderlich ist (mehr als 5 Meter steigen pro Sekunde war zu verbuchen!). Dies ist natürlich zweifelsohne auch auf der Karte von GoogleEarth gut zu sehen, auf welcher ich den Steigflug einblendete. Aber mit einem guten Vario kann man durchaus ‘nach Gehör fliegen’! Klingt zwar komisch, ist aber effektiv eine riesen Hilfe. Auf der untenstehenden Grafik ist gut zu erkennen, dass trotz all den ‘Stolpersteinen’ ein gleichmässiges und exaktes Steigen möglich war. Dies bestätigt, dass ich (dank dem Vario) trotz allem steht’s im Bereich des optimalen Steigens gekreist bin.

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Gut sichtbar: Das gleichmässiges Steigen sowie die mit zunehmender Höhe stets stärker wirkende Thermik (bis über 5 Meter/Sek.)

Man mag ebenso herauslesen, dass das Flugzeug nie aus dem Schlauch ‘gefallen’ ist- trotz des relativ starken Versatzes gegenüber dem Boden mit dem Wind in westlicher Richtung. Dies wäre mit einem deutlichen “Absacker” in der Höhenkurve unübersehbar.

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Ein paar Details im Überblick. Bitte Verzeiht der Technik gewisse ‘wünschenswerte’ Messungen (s. max. Gleitzahl) 😉

Also: dies zeigt doch sehr schön: Es ist nicht einfach nur ‘ es Flüügerli abloh’! Dahinter stecken so viele spannende Details, Zahlen und Eindrücke.

Ich hoffe, dich damit nicht zu fest gelangweilt zu haben und wünsche Dir ebenfalls weitere schöne Erlebnisse beim Fliegen!

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